Mit der Zeit ist mir aufgefallen, das hinten links oben am Blechdach vom Pinzgauer Wasser eindringt. Als ich ihn gekauft habe, war an dieser Stelle eine Plastikdurchführung mit einer Kappe die man wegdrehen kann.
Deckel zum wegklappen, keine Angst, Kennzeichen gibt's nicht mehr und ist auch in einem andern Landkreis angemeldet.
Wirklich dicht war dieser „Verschluss“ nicht. Ein bisschen Besserung hat es gebracht, dass ich eine Art Kiemenblech aus Plastik montiert habe. Zwischen Kiemenblech und Blech vom Dach habe ich Polierfließ für Edelstahl als Filter gelegt. An der Kante außen herum habe ich mit Silikon bzw. Klebt und Dichtet von RECA abgedichtet. Auch hier hat irgendwann die Kapillarwirkung gesiegt und ich hatte wieder Wasser drin. Also Fließ wieder raus, ein Alublech zugeschnitten und angepasst, einseitig schwarz lackiert und wieder montiert. Hielt auch eine ganze Weile, aber auch hier hat die Kapillarwirkung irgendwann gewonnen. Schlussendlich habe ich mich dazu entschieden, das Loch im Zuge des Abhebens vom Dach zu zuschweißen. Nach dem lackieren/walzen habe ich das Kiemenblech wieder angeschraubt und auch am Rand abgedichtet. Somit fällt dies nicht sonderlich auf.
Im Urlaub in Rumänien habe ich dann bemerkt, dass mir während der Fahrt Wasser auf die Instrumente tropfte. Kurz den Tropfen „verfolgt“ und festgestellt, dass es Wasser zwischen dem Scheibenrahmen und dem Dach hereindrückt. Auch kam mir Wasser zwischen der Gummidichtung zwischen Scheibenrahmen und Karosse/Schnauze durch. In Summe so viel, dass man es irgendwann während der Fahrt unter dem Alublech im Fußraum hin und her schwappen hörte.
"Kiemenblech" aus Kunststoff
Also ist der Gedanke entstanden das Dach in der freien Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr/3 König abzuheben, stellen ausbessern und neu abgedichtet wieder aufzusetzten.
Gesagt, getan - kurz im Forum nachgefragt auf was man achten müsse und/oder ob es noch versteckte Verbindungen gibt die nicht gleich offensichtlich sind. Und auch rechtzeitig alle Materialien besorgt, wie Dichtstoff und passende Farbe.
Schritt 1 war zuerst der Ausbau von Fahrer- und Beifahrersitz, abschrauben der Ansaugung, entfernen der Kanisterhalterung und das herausschrauben der Befestigungsschrauben vom Lastschutzgitter. Um an die Schrauben von Scheibenrahmen und Dach zu kommen, mussten die 3 Stk. Innendachverkleidung über Fahrer-/Beifahrer samt Halteleisten ebenfalls raus. Nachdem ich mir ein Radio eingebaut habe, mussten natürlich auch hier alle Verbindungen getrennt und gezogen werden. Nicht zu vergessen die Versorgung für die Innenraumbeleuchtung und die Gurte.
Schritt 2 war dann das Lösen sämtlicher Schraubverbindungen von Dach zu Bordwand bzw. zu Scheibenrahmen. Die Senkrechten Schrauben in die Bordwand waren fast alle so lose, dass man sie von Hand vollends lösen konnte – und das trotz Spreng-/Federring. Die Schrauben von Scheibenrahmen und Dach waren in dem Sinne keine Schrauben, eher Stehbolzen mit einer Flanschmutter. Hier gingen teilweise die ganzen Stehbolzen raus beim lösen oder aber auch nur die Mutter. Die Schrauben, welche die Bügel halten und waagrecht verschraubt sind, gingen ohne große Probleme raus, hier hatte ich nur mal Schrauben übersehen und mich gewundert warum nichts passiert.
Schritt 3 war das durchtrennen der umlaufenden Dichtnaht. Dies ging mit dem Cuttermesser erstaunlich einfach und leichtgängig. Um das Dach ein wenig anzuheben habe ich mittels Holzkeile den Abstand zwischen Bordwand und Dach langsam vergrößert. Innen habe ich bei den massiveren Bügeln je eine passend auf Länge gesägte Dachlatte eingespannt. In der Türe hinten war es eine Presspassung, damit mir beim Abheben das Dach nicht „einklappt“. Vorne beim Scheibenrahmen war es ebenfalls eine Presspassung, allerdings habe ich hier zusätzlich ein paar Klotzhölzer aus Plastik mit eingespannt, damit die Ecken etwas vom Scheibenrahmen weggedrückt werden, R + L vllt. 3mm. Folgend die Holzheile noch weiter rein geschoben, sodass alles frei lag. Zum endgültigen abheben bin ich hinten mit der Ameise mit Hölzern auf er Gabel in die Türöffnung gefahren und habe sie so positioniert, das ich am oberen Rahmen der Tür anheben konnte. Vorne habe ich ein breiteres Brett auf die obere Breite vom Dach zugesägt + ein paar Zentimeter mehr. Das Brett sollte dazu dienen, dass mir der Schlupf/Gurt das Dach nicht eingedrückt wird. Am Kran hing eine Traverse die ein wenig breiter war als das Dach vom Pinzi. Somit hat der Gurt auf beiden Seiten ein wenig nach außen gezogen, was mir eh lieber war. Das Abheben mit Fernbedienung vom Kran in der einen Hand und Ameise in der anderen Hand war dann kein großes Spiel mehr. Das nächste Mal, hoffentlich muss ich das nicht mehr machen, sollte ich darauf achten, dass der Pinzi vernünftig zum Kran steht – am besten parallel zur Laufschiene.
Holzkeile zwischen Dach und Bordwand
Schritt 4 war dann alles sauber machen und die alte Dichtung überall abkratzen. Zu meiner Verwunderung war „außen“, also die schwarze sichtbare Naht, vorhanden und eine auf breite der Bordwand in Wellenform gelegte durchsichtige Dichtnaht. Auf der Explosionzeichnung von S-Tec war hier ebenfalls eine Art Vorlegeband eingezeichnet, dieses hat komplett gefehlt. Nur über dem Scheibenrahmen war dieses verbaut. Ebenso gab es auch keine größeren Roststellen zwischen der Verbindung. Diese habe ich mit einer Druckluftdrahtbüste sauber gemacht und erstmal mit Rostumwandler behandelt, nachdem ich die Reste der alten Dichtung entfernt hatte. Dies hat zwar mit unter am längsten gedauert, war aber doch nicht so eine Schinderei wie gedacht.
Schritt 5 war das Grundieren der Roststellen. Die Oberfläche habe ich mit grobem Polierfließ für Edelstahl angeraut, gereinigt, alles abgeklebt und anschließend die Grundierung aufgesprüht. Während die Grundierung an der Karosse getrocknet hat, habe ich die Antennensockel vom Dach geschraubt. Je einer war hinter/über dem Fahrer-/Beifahrersitz und ein weiterer weiter hinten am Bügel, dieser dürfte aber irgendwann mal nachträglich dazu gekommen sein. Hier war das entfernen des Dichtmittels ein größerer Aufwand und gefühlt hat dies länger gedauert als das entfernen der Reste auf der Bordwand. Auch hier alles mit der Druckluftdrahtbürste gereinigt, bzw. loses Material entfernt, mit Rostumwandler behandelt und grundiert. Zum abdichten des Lochs habe ich Alubotylband als 1. Stufe genommen und anschließend mit meinem Dichtstoff die Ränder vom Band versiegelt. Die mit gelieferten Spitze der Kartusche hat einen Kegel geformt, ähnlich wie beim auftragen von Scheibenkleber, wenn die Scheibe getauscht wird. Nachdem der Dichstoff aufgetragen war, habe ich einen angepassten Deckel aus Alu auf die originalen Verschraubungen geschraubt. Hierzu die Schrauben leicht angezogen, sodass der Kegel überall anliegt, den Spalt nochmals mit Dichtstoff unterspritz und dann nochmals ein wenig nachgezogen. Anschließend den überstehenden Dichtstoff geglättet und abtrocken lassen. Am Ende alles wieder mit Polierfließ ein wenig angeraut und mit der Rolle gewalzt. Auf der Innenseite unter dem Kopfschutz die Schrauben und das Loch auch noch zusätzlich mit dem Alubotylband verschlossen.
Bordwandkante frisch gewalzt
Vorlegeband aufgeklebt, wie in der Explosionzeichnung von S-Tec. Rechteckige Löcher vorsichtig mit dem Cutter ausgeschnitten, in Bohrungen nur ein Kreuz geschlitzt.
Aludeckel von oben
Ansicht von Innen
Abgeklebte Schrauben / Loch von innen
Thema Scheibenrahmen, hier kam mir das Wasser auch irgendwo zwischen Dichtung, Karosse und Rahmen herein. Also auch hier den Scheibenrahmen mittels kran gesichert und die Schrauben entfernt und zur Seite gelegt. Das Halteblech der Gummidichtung unten war schon gut verrostet. Dieses war laut Lorenz nicht lieferbar, also hieß es selber machen. Als Schlosser kein Problem, Blechstreifen aus VA zugeschnitten und das alte Blech als Schablone genutzt. Das Blech unten war mit Schrauben mit „Holzgewinde“ befestigt. Hier kurzerhand mit einem Bohren nachgebohrt und überall M4 Gewinde geschnitten. Zwischen der Dichtung und dem Scheibenrahmen habe ich ebenfalls meinen Dichtstoff aufgetragen und dann das neue Halteband angeschraubt. Auf der Oberseite habe ich die restlichen Stehbolzen herausgedreht und das alte Vorlegeband entfernt. Nachfolgende auch die Gewinde kontrolliert, wobei in machen kein Gewinde mehr drin war. Also überall aufgebohrt und Einnietmuttern mit Senkrand gesetzt. Anschließend wieder Vorlegeband aufgeklebt.
Vorlegeband und Stehbolzen
Vergammeltes Blechband
Darunter auch sauber
Kommen wir zum Zusammenbau. Auf der Innenseite vom Dach, wo die Schrauben für den Scheibenrahmen durch gehen, habe ich ein schmales Kompriband verlegt, da hier eine Art Nut war und es sich angeboten hat es zu verlegen. Damit es vorne an dem Blech bleibt habe ich eine dünne Schnur vom Dichtstoff aufgetragen und das Kompriband innen an die Stirnseite angeklebt.
Kompriband am Dach Innenseite
Als nächsten kam der Scheibenrahmen dran, vorne an das Vorlegeband ebenfalls Dichtstoff aufgetragen und Scheibenrahmen wieder eingesetzt und festgeschraubt. Die Einnietmuttern haben soweit auch gehalten, lediglich eine hat durchgedreht. Muss hier auch zugeben, ich war zu faul diese neu zu setzten, denn dies hätte bedeutet, dass der Scheibenrahmen nochmal raus muss, genauso wie alle anderen Schrauben die man rein gefummelt hat. Seitlich am Scheibenrahmen habe ich auch den Dichtstoff angebracht.
Anschließend wurde das Dach wieder mittels Krans und Ameise auf die Karosse gehoben, hier hat mir mein Dad geholfen. Bevor dies geschah, habe ich unter der Dichtung vom Scheibengummi und auf der Bordwand überall den Dichtstoff in „Kegelform“ aufgespritzt, sodass sich dieser vom Dach plattgedrückt wird und alles abdichtet. Den Scheibenrahmen mussten wir etwas mehr in Position drücken, da dieser auf der Fahrerscheite überstand und somit die Befestigungslöcher innen nicht gepasst haben. Als dies gepasst hat, haben wir hier gleich die Schrauben rein gemacht das dieser schonmal fix ist. Die senkrechten Schrauben, welche am Anfang locker waren, habe ich alle durch neue ersetzt und habe auch eine Sicherheitsmutter verwendet. In der Hoffnung, dass sich diese nicht mehr lösen. Nun trat folgendes Problem auf, durch das Vorlegeband und den „Kegel“ an Dichtmasse, war das Dach noch nicht weit genug unten und die waagrechten Schrauben ließen sich nicht einschrauben. Abhilfe haben hier 2 Stk. LKW-Spanngurte gebracht, welche ich einmal um das ganze Fahrzeug gelegt habe um alles nach unten, bzw. zusammen zu ziehen. Die Gurte wurden in den Bereichen der stabilen Bügel um den Pinzi gelegt und nicht da, wo nur das Blech ist. Allerdings hatte ich auch hier ein wenig bedecken das sich ein Abdruck/Delle ergibt. Nachdem das Dach an allen Punkten endgültig verschraubt war ging es ans abziehen/glätte der Dichtnaht. Ich glaube, hier ist zwischen Auftragen und abziehen/glätten zu viel Zeit vergangen, da es sich trotz Glättmittel nur noch schwer glätten lies und es auch nicht sauber aussah. Zudem hat es von innen immer wieder Lufteinschlüsse herausgedrückt, zwar nicht so weit das sie auf gegangen sind, aber dennoch so, dass man erkannt hat, wo Luftblasen darunter liegen. Also am folgenden Tag nochmal die Naht so gut es ging mit einem Silikonfugenentferner vorsichtig herausgetrennt und folgend dann Stück für Stück neu aufgetragen und abgezogen/geglättet.
Nachdem dies alles erledigt war, ging es wieder an das zusammenbauen vom Innenraum, sprich Innenverkleidung, Radio, Luftfiltereinheit, Sitze und sämtliche Kleinteile rein. Und dann folgte das Wichtigste, das Aufräumen und Kehren der Werkstatt.